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Chaining: Ankern im NLP so geht’s

von Loveve
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Achtsamkeit

Wir haben doch alle mal einen schlechten Tag und fühlen uns nicht so ganz auf der Höhe, oder? Wenn es dich erwischt hat und du mit dem falschen Bein aus dem Bett gekommen bist, musst du das aber nicht hinnehmen. Mithilfe ein paar Tricks und der NLP-Technik “Chaining“, kannst du dich selbst wieder in einen guten Gefühlszustand bringen. So geht’s.

Was ist Chaining?

Chaining (engl. für Verketten) bezeichnet das schrittweise Erlernen neuer Verhaltensweisen durch das Zerlegen in Verhaltensketten. Chaining ist ein Konditionierungstraining. Diese Art der Techniken werden in der Verhaltenstherapie, aber auch in der Tierdressur eingesetzt. Es werden das “Backward-” sowie das “Forward Chaining” unterschieden. Das sogenannte “Backward Chaining” beginnt mit der letzten Stufe einer Verhaltenskette. Es baut anschließend Element für Element auf.

Backward Chaining kann darin bestehen, eine bestimmte Übung erst einmal gemeinsam durchzuführen. Damit der Coachee die Übung an irgendeinem Punkt alleine durchführen kann wird sich der Coach von Zeit zu Zeit immer mehr aus der Übung entfernen bis der Coachee jeden Schritt alleine durchführen kann.

NLP: Mit Ankern eine Kette aufbauen

Beim NLP-Chaining handelt es sich um Forward Chaining. Jede gelungene Verhaltenssequenz dient als positiver Verstärker, während eine nicht gelungene Verhaltenssequenz Anlass ist, das spätere Zielverhalten mehrfach hintereinander zu üben, bis der Coachee gelernt hat und das gewünschte Verhalten zeigt.

Beim Verketten von Ankern werden im NLP mehrere Anker nacheinander gesetzt. So entsteht eine Reihe/Abfolge von Ankern, mit deren Hilfe du selbstständig von negativen Gefühlszuständen in positive gelangen kannst. Es ist gut möglich, dass der gewünschte Zustand weit wegliegt vom Ist-Zustand, was eine Folge von Zwischenschritten notwendig macht. Mit diesen 10 Schritten kommst du durch das Ankern wieder in einen positiven Zustand:

  1. Elizitation des Ausgangszustands
  2. Bestimmung des wünschenswerten Zustands
  3. Entwickeln einer Kette von Zuständen, die zum Zielzustand führt
  4. Ankern dieser Zustände beispielsweise auf den Fingerkuppen. Teilen und Testen der individuellen Anker.
  5. Auslösen des ersten Ankers, dann Lösen des Ankers und auslösen des nächsten
  6. Dies wird bis zum Erreichen des Ziels fortgeführt
  7. Nach einer Weile kannst du noch einmal durch die ganze Abfolge durchgehen.
  8. Testen
  9. Nun löst du noch einmal den ersten Anker aus und vergewisserst dich, ob die Abfolge nun von alleine abläuft
  10. Future Pacing

Am Beispiel erklärt: von Angst zu Mut

1.  Angst

Finde eine Situation in der du Angst hattest. Begib dich gedanklich in diese Situation hinein und ankere diese Situation (VAKOG) auf einer Fingerkuppe. Darauf folgend nimmst du deinen Finger weg und trennst dich so von dem Zustand. Dies bezeichnet man auch als Separator.

2.  Ängstlich sein

Wiederhole Schritt 1) mit „Ängstlich sein“ statt „Angst“

Ankere auf der Fingerkuppe des Ringfingers. A2 – Separator.

3. Ungeduld

Wiederhole Schritt 1 in der Stimmung „Ungeduld“. Ankere auf der Fingerkuppe des Mittelfingers (A3) und dann setze einen Separator.

4. Neugierde

Wiederhole den ersten Schritt mit einer Situation, in der du Neugierde empfunden hast.  Ankere auf dem nächsten Finger (A4) und dann separiere wieder.

5. Mut (los geht’s!)

Wiederhole den ersten Schritt mit einer Situation, in der du dich sehr mutig gefühlt und verhalten hast – mit einem totalen „Drauflos“-Gefühl. Ankere auf dem Knöchel des Daumens. A5 – Separator.

6. Verketten der Anker

Fühle dich nochmals in „Angst / A1“ ein, dann gehe weiter zu A2 und führe in „ängstlich sein“ , dann geh mit dem Finger zu A3 und führe in „Ungeduld“, dann weiter zu A4 und „unbändige Lust“, dann weiter zu A5 und „go for it!“.

Wiederhole Schritt 6) mehrmals immer schneller, bis A1 von selbst zu „go for it!“ führt.

7. Test durch Future Pacing

Stelle dir eine Situation in der Zukunft vor, in der du dich bisher anders verhalten hast.  Achte darauf, wie sich die Vorstellung und das Gefühl dieser Situation ändert, wenn du deine erste Fingerkuppe auf A1 eine kurze Zeit berührst. Wenn du dich noch nicht mutig fühlst, gehe zurück zu Schritt 6.

Bild: Nine Köpfer/Unsplash

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