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Disziplin lernen: Selbstdisziplin als freie Entscheidung

von Loveve
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Eigentlich weiß man sehr schnell, ob man einer Aufgabe Interesse hat und ob man mit Leidenschaft dabei ist oder nicht. Bild: rawpixel/Unsplash.com

Disziplin kann man lernen, aber nicht so wie wir denken. Viele Menschen fangen eine neue Aufgabe oder Projekt an und bringen es nicht zu Ende. Und dann gibt es jene Mitmenschen, denen immer alles zu gelingen scheint und die ein Thema nach dem anderen erfolgreich bewältigen. Worin unterscheiden sich disziplinierte, ausdauernde Menschen, von denen, die nicht durchhalten? Kann man mehr Disziplin lernen und wenn ja wie?

Definition: Was ist Disziplin?

Das Wort Disziplin ist für viele negativ behaftet, da dabei mitschwingt, dass man sich zu etwas überwinden muss, dass uns viel abverlangt und anstrengend ist. Diese Annahme stammt daher, dass wir oft Disziplin und Gehorsam verwechseln bzw. Disziplin mit Gehorsamkeit gleichsetzen. Es gibt einige Definitionen, die Gehorsamkeit als eine Form von Disziplin betrachten. Ich möchte beide Begrifflichkeiten jedoch differenzieren.

In meiner Definition ist Selbstdisziplin die bewusste, freiwillige Selbstregulierung (auch Selbstbeherrschung), während Gehorsam, das Befolgen von Regeln und Befehlen darstellt. Viele Menschen glauben, dass sie alleine deshalb schon diszipliniert sind, weil sie jeden Tag zur Arbeit gehen. Die eigenen Träume zu verwirklichen oder Hobbies zu erlernen kostet jedoch in demselben, wenn nicht sogar in höherem Maße, Disziplin. Es heißt, man benötigt etwas 1.000 Stunden, um ein Instrument zu beherrschen. Menschen die von ganzem Herzen Geige lernen wollen, aber denen es an Disziplin und Ausdauer mangelt, werden dieses Instrument nie erfolgreich spielen.

 

Wenn man Profi in einer bestimmten Disziplin werden will, muss man Selbstdisziplin lernen. Bild: Spencer Dahl/ Unsplash

Wenn man Profi in einer bestimmten Disziplin werden will, muss man Selbstdisziplin lernen. Bild: Spencer Dahl/ Unsplash

Woran erkenne ich Disziplin?

Disziplin ist eine Fähigkeit, die sich durch ein bestimmtes Verhalten zeigt. Für Tätigkeiten, die viel Disziplin erfordern, müssen wir zumeist auch viel Zeit einsetzen. Wenn jemand konsequent bei der Sache ist und Dinge zu Ende bringt, wenn jemand hart an der Zielerreichung arbeitet – sei es um eine neue Sprache zu lernen, fahren zu lernen oder sich viel zu merken – ist Disziplin vorhanden.

Wir sind aber nicht in allen Lebensbereichen gleich diszipliniert. Ich kann diszipliniert sein was meinen Beruf betrifft und undiszipliniert was die Erledigung von Hausarbeit angeht.

Engagement

Wenn man Disziplin in Selbstdisziplin unterscheidet, wird ersichtlich, dass ersteres mit Engagement bzw. Eigen-Engagement einhergeht, während Gehorsam in erster Linie in der Erfüllung von Pflichten besteht. Ohne Frage ist Disziplin, die durch Engagement geprägt ist, wünschenswert. Durch sie entsteht kein Druck. Wir erfüllen Aufgaben, ohne dass wir es eigentlich müssten. Setzen uns für ein Unternehmen und unsere Arbeit ein, weil wir es wollen. Wir sind engagiert bei der Sache und sind von uns aus initiativ.

Leidensfähigkeit

Wenn wir unter Gehorsam Disziplin zeigen, kann uns dies psychisch schaden. Im besten Fall stellen wir eine hohe Leidensfähigkeit unter Beweis, wenn wir uns an Regeln und Pflichten halten, die nicht mit unseren Wünschen, Zielen und Werten übereinstimmen. Vielleicht wollen wir eine Tätigkeit gar nicht ausüben und sind dazu gezwungen – ob nun körperlich oder seelisch – weil wir mit ihr unser täglich Brot verdienen.

Eine hohe Leidensfähigkeit zu haben ist keineswegs positiv. Wenn man beginnt zu leiden, ist das keine Disziplin mehr, sondern Selbstfolter. Kurzfristig können wir Leiden ertragen, auf lange Sicht werden wir aber krank. Wenn man bemerkt, dass man unter einer Aufgabe, einem Job oder einer Verpflichtung leidet, sollte man sich fragen, wie man eine Veränderung herbeiführen kann. Manchmal sind es die ganz kleinen Ding, die ein Wegbereiter sein können, um Leidensfähigkeit in echtes Engagement zu transformieren.

Ausdauer

Ausdauer an sich ist weder positiv noch negativ. Im selben Maße wie Leidensfähigkeit unserem Wohl schadet, tut dies auch Ausdauer, wenn sie nicht aus dem freien Willen heraus gelebt wird. Ich kann ausdauernd leiden, wenn ich einer Tätigkeit nachgehe, die mir widerstrebt. Oder ich kann ausdauerndes Engagement zeigen, wenn ich meiner Berufung folge.

Willensstärke

Den Willen haben, etwas zu Ende zu bringen. Wenn wir diszipliniert an etwas arbeiten und dabei keine Mühen scheuen, ist Willensstärke im Spiel. In dem Wort steckt sowohl der Wille als auch die Stärke. Wir wollen also etwas und haben zudem die Power uns ans Werk zu machen – das ist eine wünschenswerte Eigenschaft. Willensstärke ist Engagement ähnlich, nur dass Engagement nicht immer mit der Stärke einhergeht die es braucht erfolgreich zu sein.

Disziplin lernen: Wie wird man selbstdiszipliniert?

Die Suche danach, wie man zu mehr Disziplin gelangt, ergibt viele Anleitungen, Tipps und Tricks und gut gemeinte Ratschläge. Die Wahrheit aber ist so einfach wie schwierig: Wir können nur diszipliniert sein, wenn wir uns frei dazu entscheiden. Und da Disziplin eine Fähigkeit mit einem beobachtbaren Verhalten ist, müssen wir unsere Werte und Ansichten überprüfen, wenn wir wirklich diszipliniert sein wollen. Im Sinne von engagiert sein, ohne uns selbst zu schaden. Die folgenden Fragen helfen dabei:

Fragen nach dem Problem:

  • Warum glaubst du nicht diszipliniert sein zu können?
  • Kannst du diese Eigenschaften auf andere Lebensbereich übertragen und wenn nein, woran liegt das?

Fragen nach Ressourcen:

  • Wann bringst du Dinge zu Ende, wann nicht?
  • Gibt es Lebensbereiche in denen zu disziplinierter bist als in anderen?
  • Welche sind die Eigenschaften, dich dich in manchen Situationen diszipliniert sein lassen und in manchen nicht?
  • Suche dir einen Job, in der du deine Stärken ausleben kannst. Was sind deine Stärken?

Fragen nach Werten:

  • Suche dir eine Arbeit, die dich mit Sinn erfüllt. Welche Tätigkeiten erfüllen dich?
  • Wenn du diszipliniert sein willst: Welche Werte hast du und wo kannst du sie ausleben?
  • Was ist dir wichtig?
  • Wonach strebst du im Leben? Was ist dein Lebensziel und trägt deine jetzige Tätigkeit dazu bei, dass du sie erreichst?

Es geht also darum, unsere eigenen Werte und Einstellungen zu überprüfen und unser Leben so zu gestalten, dass wir wieder in Einklang mit ihnen leben. Man kann nur für eine Sache brennen hinter der man steht und zwar als Persönlichkeit.

Ich habe in diesem Artikel verschiedene Arten von Disziplin erläutert. Zentral ist die Einsicht, dass Disziplin eine freie Entscheidung sein muss, damit wir uns langfristig nicht selbst schaden. Engagement ist etwas, dass aus freien Stücken heraus passiert und natürlich erfordert sie sowohl Ausdauer als auch Willensstärke.

Was verstehst du unter Disziplin? In welchen Lebensbereichen bist du diszipliniert? Hast du Anregungen wie Disziplin gelingen kann? Schreib es mir in die Kommentare!

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Teaser-Bild: rawpixel/Unsplash.com

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