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Woran man psychische Gewalt erkennen kann

von Loveve
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psychischer missbrauch

Sie ist unsichtbar und findet oft verdeckt statt. Das macht sie aber nicht minder gefährlich als körperliche Gewalt. Psychische Gewalt ist schrecklich und schwer nachzuweisen. Man findet sie beispielsweise in der Familie, der Schule oder am Arbeitsplatz. Auch wenn sie schwer nachweisbar ist, gibt es Anzeichen sie zu erkennen. Diese erklären wir in diesem Beitrag.

Was ist psychische Gewalt?

Psychische Gewalt beschreibt Verhaltensweisen, die anderen Menschen emotionales Leid zufügen und das nicht im Sinne eines Streits, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg. Darunter fallen alle Arten der emotionalen Schädigung und Verletzung einer Person. Das können sein: Direkte verbale Drohungen, Beleidigungen oder einschüchterndes oder aber kontrollierendes Verhalten. Sie kann unterschiedlichste Dimensionen einnehmen wie:

  • Bedrohungen
  • Mobbing
  • Rufmord
  • Beschimpfungen
  • Erniedrigungen
  • Ignoranz
  • Kontrolle
  • Dominantes Verhalten

Emotionaler Missbrauch ist wohl die am stärksten verbreitete und gleichzeitig vielleicht die zerstörerischste Form der Misshandlung.

Sind sich Täter emotionalen Missbrauchs bewusst?

Selten sind sich die misshandelnden Personen darüber im Klaren. Vielleicht ist für sie dieser Umgang mit anderen Menschen “normal”. Es könnte sein, dass sie keine gesunden Bewältigungsstrategien gelernt haben, sondern stattdessen aggressiv reagieren. Auf diese Weise werden beispielsweise eigene Unsicherheiten kompensiert. Emotionaler Missbrauch kommt oft in Borderline-Beziehungen oder Narzisstischen Beziehungen vor.

Die Folgen seelischer Gewalt

Psychische Gewalt kann schwerwiegende gesundheitliche, psychische und psychosomatische Folgen mit sich bringen. Emotionaler und körperlicher Schmerz ist in unserem Gehirn eng miteinander verbunden. Dies wurde von der amerikanischen Hirnforscherin Naomi Eisenberger entdeckt. Als Folge emotionaler Gewalt können Stressreaktionen auftreten, die sich langfristig in unseren Gefühlen festsetzen können. Es wurde außerdem gezeigt, dass sie zu Veränderungen im Hirn und somit im Verhalten führen können.

Mögliche Folgen des Missbrauchs sind:

  • Ein verringertes Selbstwertgefühl
  • Schlafstörungen
  • Ängste
  • Niedergeschlagenheit
  • Depressionen
  • Kopfschmerzen
  • Verlust der Kontakte zu Freunden und Verwandten
  • Verringerte Leistung im akademischen Bereich und auf der Arbeit
  • Trauer
  • Reizbarkeit

Woran erkennt man psychische Gewalt bei anderen?

Es ist nicht leicht seelische Gewalt zu erkennen, aber wenn wir genau hinsehen und auf die Reaktionen und das Verhalten unserer Mitmenschen achten, können wir bestimmte Anzeichen erkennen, die darauf hindeuten können, dass emotionale Gewalt angewendet wird. Bezogen auf den Arbeitsplatz, die Schule und das Zusammenleben in der Familie sind dies die folgenden:

  • Arbeitsplatz
    • hohe Fluktuation
    • hohe Fehlzeiten & Krankheitstage
    • Kein Einhalten von gesetzlichen Rahmen wie Arbeitszeiten, Arbeitsmittel usw.  
    • Intransparenz
    • Viele Konflikte
  • Schule
    • Kinder sind häufig krank oder gehen nicht gern zur Schule
    • Nachlassende Leistung und schlechte Noten
    • Schlechte Konzentrationsfähigkeit
    • Häufige Konflikte und Streits
    • Grüppchen Bildung
  • Familie & Beziehungen
    • Kontaktabbrüche
    • psychische Erkrankungen
    • Parentifizierung
    • Verzögerte Entwicklung des Kindes
    • Schlechte Schulleistungen der Kinder
    • Ausreißer

Emotionale Gewalt kann sich beispielsweise darin zeigen, dass eine betroffene Person lächerlich gemacht wird oder von anderen stark kontrolliert wird.

Neben den oben genannten Signalen ist es wichtig, auf das eigene Bauchgefühl und die eigenen Emotionen zu hören. Macht es den Anschein, dass es anderen Menschen gut geht oder nicht? Verhalten sie sich emotional stabil?

Wie erkennt man, wenn einem selbst psychische Gewalt zugefügt wird?

Es ist sehr wichtig, mit sich selbst und den eigenen Emotionen in einer guten Verbindung zu stehen. Wir können Beziehungen, die uns guttun nur von solchen unterscheiden, die uns belasten, wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse ernst nehmen und spüren.

Am sichersten vor “Angriffen” anderer Personen, sind wir daher, wenn wir uns selbst vertrauen und eben auch unserem Bauchgefühl. Es ist hilfreich sich z.B. diese Fragen zu stellen:

  • Tut uns der Umgang mit einem Menschen gut?
  • Fühlen wir uns wohl an unserem Arbeitsplatz und wenn nein, woran liegt das?
  • Wie harmonisch sind unsere Beziehungen?
  • Handle ich zu jedem Zeitpunkt selbstbestimmt?
  • Gibt es Menschen, die uns kontrollieren oder die uns mit Ignoranz strafen?

Was tun?

Wichtig ist in allererster Linie zu begreifen, dass Betroffene nicht schuld sind. Beziehe zudem Stellung dazu, dass du Gewalt verurteilst. Es kann guttun sich anderen Menschen anzuvertrauen und über die Erlebnisse zu reden. Angehörige sollten daher Möglichkeiten bieten und die Türen offen haben, um mit Betroffenen über die Ereignisse zu reden.

Essenziell ist dabei, die Betroffenen ernst und wichtig zu nehmen. Wichtig ist außerdem diese Menschen zu stärken, ohne sie noch zusätzlich unter Druck zu setzen. Sie müssen sich selbst frei dazu entscheiden, etwas zu unternehmen, beispielsweise einen belastenden Job aufzugeben oder eine Beziehung zu beenden.

Du hast in diesem Beitrag gelernt, was emotionaler Missbrauch ist und welche Warnsignale mit ihm einhergehen. Du weißt nun, welche Anzeichen es gibt und wie du reagieren kannst, wenn du eine oder mehrere dieser Signale an dir selbst oder einem Mitmenschen wahrnimmst. Haben wir dir geholfen ein Verständnis zu diesem Thema zu entwickeln? Dann würden wir uns freuen, wenn du uns ein Kommentar unter dem Artikel lässt.

Bild: Eric Ward/Unsplash

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